Mitgliederbefragung: KlimaUnion erwartet nun glaubwürdigen Paris-Kurs bei Koalitionsverhandlungen und Neuausrichtung der Union

Berlin, 27.09.2021: Zur Klimapolitik und zum schlechten Abschneiden der CDU stellt die KlimaUnion heute ihre erste Umfrage unter ihren Mitgliedern vor. Weit über 85% der befragten CDU- und CSU-Mitglieder sagen, dass die Union sich beim Klimaschutz weit mehr zutrauen darf und die Klimapolitik über Wahlerfolge entscheidet. Ergänzend soll die KlimaUnion nach der Wahl nun noch offensiver in der Klimapolitik auftreten.

Befragt wurden im Zeitraum 14.09.-24.09.2021 die Mitglieder der KlimaUnion. Mit der sehr hohen Antwortquote von über 50% ergibt sich damit ein gutes Bild über die Meinungen der klimarealistischen Mitglieder der CDU und CSU. Zu den Ergebnissen zur generellen klimapolitischen Positionierung der Union und der KlimaUnion: 

96% sagen, dass die Union sich bei Klimaschutz mehr zutrauen darf und 88% halten das Klimathema für ein Gewinnerthema der Union für Wahlen. 97% sagen, dass die KlimaUnion nach der Wahl deutlich offensiver auftreten soll; 70% sagen, dass die KlimaUnion populistische Klima-Debatten der Union erst diplomatisch, aber faktenbasiert beenden sollte. 60 % halten die Positionierung der Union im Klimaschutz für nicht überzeugend und klar; auch das Bekenntnis zum 1,5-Grad-Limit halten 65% für nicht genügend belastbar und glaubhaft. 

Heinrich Strößenreuther, Gründer und Vorsitzender der KlimaUnion e.V.: “Mit guter Klimapolitik gewinnt man Wahlen, mit unzureichenden Antworten nicht. Unsere Mitglieder geben uns den klaren Auftrag, nach der Wahl deutlicher und offensiver für Paris-konforme Klimapolitik in und außerhalb der Union aufzutreten.”

Zu den Ergebnissen zu klimapolitischen Zielen und Maßnahmen: 78% unserer Mitglieder finden 2045 als Zieljahr für die Klimaneutralität zu spät; 79% der Mitglieder sagen, dass Deutschland bis spätestens 2040, 56% sogar schon bis 2035 klimaneutral werden sollte. 69% erwarten, dass der Markt bereits 2035 für den Kohle-Ausstieg gesorgt hat, 62% sagen, dass der Kohleausstieg bis 2030 vorgezogen werden sollte. 65% erwarten einen Zubau von mehr als 50 GW Clean Energie p.a. (im Vergleich Grünen-Wahlprogramm 30 GW ab 2025), 31% zielen sogar auf 100 GW p.a., um tatsächlich 100% Erneuerbaren in der ersten Hälfte der 30er Jahre mit einem klimapolitischen Puffer zu erreichen. 

 „Wird zu langsam zugebaut, ist das Gift für den Industriestandort Deutschland. Es ist keine Paris-konforme Forderung, es liefert der Industrie nicht den dringend benötigten sauberen und preiswerten Strom und tritt das Potential von Bürgerenergien und dem nötigen Umbau der Landwirtschaft mit Füßen: 1000 GW in einer Dekade muss die Messlatte sein“,  so Felix Rodenjohann, Vorstand und energie- und klimapolitischer Sprecher der KlimaUnion. 

Die Mitglieder bestätigen der Union nach den Grünen das beste klimapolitische Profil knapp vor den Parteien FDP und Linke und weit vor der SPD. Bianca Praetorius, Mitgründerin und Vorstand sagt: “Unser Ruf an die CDU, deutlich ehrgeiziger zu werden, hat die CDU gehört, leider zu spät. Der Turbo für die Erneuerbaren von Armin Laschet ist dennoch eine klaren Guideline für die Union in den Einstieg in eine klimaneutrale Energiezukunft. Unsere Mitglieder werden sich für diese Aufgabe stark machen.”

Ergänzend sind weitere Maßnahmen abgefragt worden:  

  • 78% wollen eine Solardach-Pflicht für Neubauten.
  • 74% wollen die Streichung der Subventionen für Gasheizungen ab 2023.
  • 86% wollen mindestens eine Verdopplung der Pro-Kopf-Ausgaben für den öffentlichen Verkehr.
  • 59% wollen eine bessere Finanzierung des ÖPNV durch zusätzliche Einnahmequellen beim Individualverkehr (z.B. durch City-Maut, Arbeitgeber-Abgaben oder Parkplatz-Gebührenpflichten)
  • 70% wollen, dass spätestens 2025 nur noch E-Firmenwagen steuerlich abgesetzt werden können.
  • 64% erwarten die Elektrifizierung der Straße (Oberleitungen auf Autobahnen.)
  • 66% wollen die Umwandlung von Energiepflanzenfeldern zu Agrovoltaik-Farmen
  • 82% wollen die Digitalisierung der Strom-Verteilnetze bis spätestens 2025.

An der Mitgliederumfrage haben mehr als 50% der Mitglieder der KlimaUnion geantwortet. Die Ergebnisse bilden damit die Meinung unserer CDU- und CSU-Mitglieder ab und dienen als Grundlage für die inhaltliche Positionierung der KlimaUnion gegenüber Politik und Medien. 

 
Pressekontakt:

Heinrich Strößenreuther, presse@klimaunion.de

Links und weitere Informationen:

Link zu den Befragungsergebnissen der Mitgliederbefragung der KlimaUnion: https://bit.ly/3lYNL6L 

Link zum Blog mit den Links zum Argumentationspapier, dem Hörbuch dazu, dem Trailer, dem Video und der Präsentation dazu: https://www.klimaunion.de/neuigkeiten/argumentationshilfe 

Hintergrundinformationen zur KlimaUnion: https://docs.google.com/document/d/1ZjkYbg8qAxoseIPpHjS7RaoKvc52YCYrwl-wmvFYilM/edit?usp=sharing und Webseite der KlimaUnion: www.klimaunion.de 


Über die KlimaUnion:

Die KlimaUnion e.V., am Earth Hour Day 2021 in Berlin/Hamburg von Heinrich Strößenreuther, Bianca Praetorius, Kim Thy Tong, Felix Rodenjohann, Wiebke Winter, Frank Anton und Philipp Schröder gegründet, will gemeinsam mit der CDU und CSU eine wirksame 1,5°C-Politik erreichen. Die KlimaUnion will glaubwürdige Klimapolitik mit nachhaltiger Wirtschaftspolitik verbinden und das größte Konjunkturprogramm nach der Wiedervereinigung in den Dienst der Klimapolitik stellen. Die KlimaUnion vernetzt und stärkt klimarealistische Mitglieder der CDU und CSU; sie ist auch eine Plattform für bürgerliche Klimaengagierte, die in der zunehmend nach links rückenden Klimabewegung keine emotionale und politische Heimat mehr finden. Die KlimaUnion entwickelt Argumente und Botschaften für den Straßenwahlkampf und unterstützt bei der klimapolitischen Willensbildung in der Union. 


Inzwischen schließen sich immer mehr CDU- und CSU-Mitglieder mit Rang und Namen aus der Parteispitze der KlimaUnion als Gründungspaten an, unter anderem Vorständinnen des CDU-Bundesvorstandes Winter und Monica Wüllner neben weiteren Bundestagsabgeordneten, die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, Danny Freimark als Par­la­men­ta­ri­schem Geschäfts­füh­rer und umwelt­po­li­ti­schem Spre­cher der CDU-Frak­ti­on im Abge­ord­ne­ten­haus Ber­lin sowie Sprecher aller umweltpolitischen Sprecher der CDU-Fraktionen in den Landtagen, Diana Kinnert oder Finn Age Hänsel aus dem Vorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU. Auch weitere CDU-Mitglieder unterstützen die KlimaUnion wie Uli Burchardt, Oberbürgermeister aus Konstanz, der ersten Großstadt, die den Klimanotstand ausgerufen hat, und andere.